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Love, Fun and Happiness beim #Oktoberfest

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Oktoberfest 2016: Love, Fun and Happiness

Nein, bei aller Aufmerksamkeit auf die Sicherheit vorab standen doch der Spaß und das Motto „Auf eine friedliche Wiesn“ beim Oktoberfest 2016 in München im Vordergrund. Auch in den Social Media Kanälen, die wir im Oktoberfest-Zeitraum vom 17. September bis 3. Oktober 2016 genauer beobachtet haben.

Es wurde mit dem Online-Maßkrug überbordend häufig angestoßen - ein Wunder, dass bei 6.000-maligem Anstoßen kein Bier ins Netz hinein überschwappte! Und es wurde geherzt und einander zugelächelt, was das Zeug hielt. Die Lieblings-Emojis Bierkrug, Herz und Smiley auf Instagram sprachen zum Oktoberfest eine deutliche Sprache – 4.070 Mal wurden das Herz-Emoji und 1.796 Mal das Smile-Emoji vergeben. Die Sprache war häufig genug eine andere als die deutsche: Überraschenderweise liegt mit 38,5 Prozent aller Beiträge Englisch vorn; auf Deutsch wurden „nur“ 24,5 Prozent der Beiträge abgesetzt. Die „Wiesn“ machte eben ihrem internationalen Ruf als größtes Bierfest der Welt wieder alle Ehre und das mit fünf und vier Prozent auch auf Spanisch und Portugiesisch.

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Die Besucher twitterten und instagramten, was das Zeug hielt: Die 140-Zeichen-Mitteilung bei Twitter lag mit 49 Prozent der Beiträge um mehr als doppelt so viel vor Instagram (18%) und Facebook (17%). Ob doch nicht jeder die Bierseligkeit und das öffentliche Herzen und Küssen in diesen bildbasierteren Kanälen sichtbar machen wollte? Standen doch #Love mit 780 Nennungen, #Fun mit 764 und #Happy mit 524 Mentions weit vorn bei den Hashtags. Natürlich nach den streng wiesnbezogenen Hashtags #Oktoberfest, die 4.922 Mal vergeben wurden und #Beer mit 1.295 Nennungen. Es ging halt ums Wesentliche: das Oktoberfest selbst und das Biertrinken.

Wer eigens fürs Oktoberfest weit anreiste, sprach auch darüber. 11 Prozent der Beiträge stammten von US-Amerikanern, jeweils 2 Prozent von britischen, brasilianischen und italienischen Gästen. Manche prominenten Besucher wurden selbst zum Hashtag: Justin Bieber mit seinem Besuch im „Käferzelt“ etwa. Wahrscheinlich lag der Kreischfaktor höher, aber sicher ist, dass er in 517 Social-Media-Beiträgen mit #justinbieber getagged wurde. Ob er zuvor die „Wiesn-Tipps“ der US-amerikanischen Botschaft gelesen hatte? Eigens für das in diesem Jahr vom Thema Sicherheit überlagerte Volksfest hatten auch die britische und die italienische Botschaft detaillierte Informationen über das neue Sicherheitskonzept zum Oktoberfest und passende Benimm-Regeln herausgegeben.

Das Bedürfnis der Besucher nach einer friedlichen und lustigen „Wiesn“ spiegelte sich in der freimütigen Vergabe positiver Hashtags und Emojis deutlich wider. Das erhöhte Sicherheitsrisiko, Angst vor Terroranschlägen und Infos über die neuen Sicherheitsvorkehrungen wurden vorrangig im Vorfeld im Web thematisiert; die „Sicherheitswiesn“ oder die „Oktoberfestung“ schließlich während des Volksfestes selbst nur in 4 Prozent der Beiträge erwähnt. Die „klassischen“ Medien dagegen griffen diese Themen in ihren Online-Beiträgen immer wieder auf – in 28 Prozent der Artikel finden die Sicherheitsmaßnahmen wie Rucksackkontrollen, bewegliche Zäune und die verstärkte Präsenz von Sicherheitsbeamten ihren Niederschlag.

Prominente Wiesn-Besucher und Trachtenvereine, die in diesem Jahr fernblieben, waren ebenfalls Thema. Während Mietwagenkönigin Regine Sixt ihre traditionelle „Damenwiesn“ kurzfristig abgesagt hatte, ließ sich eben Justin Bieber nicht von einem Besuch abhalten. Wahrscheinlich sorgten Taschenkontrollen und eine komplett umzäunte Theresienwiese bei ihm eher für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl, ganz im Gegensatz zum Empfinden manch eines Münchners. Schlechtes Wetter am Eröffnungswochenende verleidete den Einheimischen zudem die Lust, nach der Arbeit spontan auf eine Maß vorbeizuschauen. Ihrem Frust über die erhöhten Sicherheitsstandards machten sich die Besucher gleich am ersten „Wiesn“-Tag in 32 Prozent der Beiträge, und dabei vor allem auf Twitter, Luft.

Aber auch auf der „Wiesn“ galt: Keine Bewegung ohne Gegenbewegung. Das Oktoberfest-Motto „Auf eine friedliche Wiesn“ wurde eifrig verbreitet – auf Instagram gab es allein 229 Beiträge dazu. Und in welchen Festzelten waren die meisten Social-Media-Nutzer unterwegs? Zumindest in den entsprechend getaggten Beiträgen lag das Hacker-Festzelt mit 230 Beiträgen zu #hacker ganz klar vor der Augustiner Festhalle mit 96 Mentions.
Wer seinen Bierkrug auf dem Oktoberfest wirklich stemmen wollte, ließ sich von Terrorismusfurcht und erhöhten Sicherheitsvorkehrungen keineswegs schrecken. Darauf und auf die „friedliche Wiesn“, die durchgängig eine solche blieb, eine Maß extra!

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