E-Mobility Trend: Was Verbraucher wirklich wollen

Don't forget to share this post!

blog-post-example-media

Globale Trends wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Klimabewusstsein und Elektroautos rücken endlich ins Rampenlicht. Die Automotive-Branche wird mit immer strengeren Vorschriften konfrontiert, aber in jeder Herausforderung stecken auch Chancen. 

Toyota rüstet sich für die Verbraucher der Zukunft bei den kommenden Olympischen Spielen in Tokio 2020. Der Automobilriese präsentiert 3.700 Mobilitätsprodukte und        -fahrzeuge, davon 90 % elektrisch. Neben der E-Mobilität ist das neueste Konzept zur Innovation der Branche, die Gesundheit im Auto. Hyundai enthüllte Pläne für ein Gesundheits- und Mobilitäts-Cockpit, das in der Lage ist, das Wohlbefinden der Fahrer zu fördern.  Jaguar und Land Rover kündigten hingegen, ihre Forschung zur Stressmanagement-Technologie an. Zu den adaptiven Konzepten gehören die KI-Gesichtserkennung für intuitive Einstellungen für Licht und Musik, biometrische Sensoren zur Temperatur- und Sitzanpassung und selbstfahrende Technologien zur Erhöhung der Sicherheit.

Aber trotz der Gespräche des letzten Jahrzehnts und neuerer Hybrid- und Elektromodelle machen Plug-in-Elektroautos immer noch nur knapp 2 % des US-Marktes und 2,2 % der Autos weltweit aus. Im Jahr 2018 wurden rekordverdächtige 2 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft, was aber nur einem von 250 Autos auf der Straße entspricht.

E-Mobilität ist ein bevorstehender Automobil-Trend als Reaktion auf unser gegenwärtiges Klima, den alle wichtigen Akteure annehmen werden. Es ist also an der Zeit zu fragen, was die Verbraucher bei der Suche nach einem Elektroauto wirklich wollen und was Marken tun können, um sie zu überzeugen. Um das herauszufinden, werden wir uns die Landschaft der Elektroautos im Folgenden genau anschauen.

In diesem Beitrag werden die am häufigsten diskutierten Verbraucherthemen rund um diesen aufkommenden Trend, die Anliegen der verschiedenen Tribes und die wichtigsten Takeaways für Marken aufgegriffen. Es ist ein langer Beitrag, also könnt Ihr gerne zu den Abschnitten springen, die Euch am meisten ansprechen:

Lasst uns beginnen!

E-Mobilität verstehen

Unsere Researcher haben 2,3 Millionen Posts zum Thema E-Mobilität im Social Web in den USA und Großbritannien untersucht und diese in 9 relevante Mehrheitskategorien unterteilt. Das sind die Ergebnisse. 

Bei den am häufigsten diskutierten Themen rund um die Elektromobilität interessierten sich die Verbraucher vor allem für die Umwelt, langfristige Kosten und Einsparungen sowie die Reichweite der Akkulaufzeit

Lasst uns zunächst die Begriffe der E-Mobilität klären.

Drei Hauptmodelle bilden heute das Elektro-Marktsegment: vollelektrische, Hybrid /Plug-in-Hybrid- und Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge. E-Mobilität ist der Oberbegriff für Autos und alle anderen Produkte der Elektromobilität. Traditionelle Diesel- und Benzinmodelle werden als Verbrennungsmotoren bezeichnet. Abgesehen von den Definitionen besteht das grundlegende Ziel der Elektromobilität darin, eine schadstoffarme und nachhaltige Mobilität zu erreichen.

Elektrofahrzeuge: Das Comeback 

Wie bereits erwähnt, waren Elektrofahrzeuge schon einmal ein Thema. 1966 brachte General Motors den EV1 auf den Markt, ein vollelektrisches Fahrzeug das entwickelt wurde, um das Mandat über emissionsfreies Fahren in Kalifornien zu erfüllen. Es war das erste Elektroauto im Ölzeitalter, das erste mit Leichtlaufreifen (zur Reduzierung von Energieverlusten) und das erste mit Induktionsladung. 

Das Auto war beliebt bei Prominenten wie Tom Hanks, hatte eine angemessene Geschwindigkeit zwischen 100 und 250 km/h und konnte für 3 Jahre zwischen 299$ und 574$ im Monat geleast werden. Die Verbraucher feierten das futuristische Fahrzeug.... aber der langfristige Erfolg blieb aus. Hohe Produktkosten, schlechte Leasingauflagen, fehlerhafte Ladestellen und eine umstrittene Politik ließen den EV1 verschwinden. Dieser fehlgeschlagene Start führte, der zu einer negativen Wahrnehmung von Elektroautos. Sind die Verbraucher bereit, einem Produkt zu vertrauen, das in der Vergangenheit versagt hat?


EV1

Konsumentenerwartungen an Elektrofahrzeuge

Die Debatte über die Sicherheit beim Vergleich von Elektro- mit Öl-Fahrzeugen ist ein beliebtes Thema im Internet. Die Sicherheit des Elektrofahrzeugs wurde in 66 % der Diskussionen thematisiert und oft mit Brandgefahren und Stromschlaggefahren verbunden. Die Supporter glauben, dass Elektroautos per Design die sichersten Autos auf dem Markt sind.

 

Verzögerungen und Engpässe machten einen geringeren, aber dennoch bedeutenden Anteil von 19 % der Gespräche aus, was auf Verzögerungen bei der Lieferung von Elektrofahrzeugen und Autoteilen zurückzuführen ist. Zu den Bedenken gehörte Teslas virale Ankündigung im Mai 2019, dass es weltweit an Nickel, Kupfer und anderen Mineralien der Batterie mangelt. Natürlich schwächt jede Unsicherheit oder jedes Versagen in der Elektrofahrzeugproduktion den Glauben der Verbraucher an diese Technologie. 

9 Kernthemen im Zusammenhang mit
E-Mobilität heute  

Die größte Herausforderung für Automobilmarken besteht derzeit darin, die Fehleinschätzungen von Elektro-, Hybrid- und Wasserstofffahrzeugen zu bekämpfen. Unter 1,3 Millionen Posts haben wir heute 9 Schlüsselthemen in den Gesprächen der Verbraucher identifiziert.

9-topics-breakdown

Nachhaltigkeit, Kosten und Batterie:                                        Die 3 größten Bedenken

1. Nachhaltigkeit 

Nachhaltigkeit erschien in 214K Beiträgen und ist damit das am häufigsten diskutierte von allen 9 Themen. Dank Studien über Klima, Emissionen und die Maximierung der Energieeffizienz, haben sich die Umweltbelange dramatisch verändert und Unternehmen und Verbraucher sensibilisiert.

Bei Anhängern und Opposition war Nachhaltigkeit ein stark polarisierendes Thema. Ressourcen erschienen in 33 % der Nachhaltigkeitsgespräche. Die Verbraucher diskutierten die Ethik der Elektro-Batterien und dessen Abhängigkeit von nicht erneuerbare Komponenten wie Lithium, Kupfer, Kobalt usw., die größtenteils mit Diesel gewonnen werden. Die Befürworter fanden, dass Elektroautos eine unendlich umweltfreundlichere und nachhaltigere Alternative zu Dieselmotoren sind. Während die Elektro-Opposition den Trend zur Elektromobilität als Betrug bezeichnete. Sie argumentieren, dass die Stromerzeugung behauptet weniger Schadstoffe zu produzieren, als es tatsächlich der Fall ist. 

2. Kosten und Ersparnisse

Die nächste große Sorge für die Verbraucher war die Preisgestaltung. Die Verbraucher empfinden Elektroautos nicht nur als teurer, sie finden es auch schwieriger, die zukünftigen Kosten für Wartung, Versicherung, Steuern, Gebrauchtfahrzeuge und den Wiederverkaufswert einzuschätzen. In Gesprächen über Kosten, erschien der Preis in 65% der Gespräche und Energie in 33 %.

3. Batterie und Nutzung

Ein weiteres wichtiges Thema in 183.000 Posts war die Batterie und dessen Verwendung. In der amerikanischen Kultur ist der Autobesitz ein entscheidender Aspekt des Erwachsenwerdens. Es steht für Freiheit und Autonomie und wird stetig in Hollywood-Filmen und der Unterhaltungsbranche romantisiert. 

Einer der wichtigsten Widerstandsfaktoren gegen Elektrofahrzeuge ist die Lebensdauer und Reichweite der Batterie. Die Verbraucher sind nach wie vor besorgt über Elektromotoren. Es wird davon ausgegangen, dass sie langsamer sind und kürzere Strecken zurücklegen als Öl-Fahrzeuge. Dieser Aspekt ist eine große Herausforderung, wenn es darum geht, die Einstellung über Elektrofahrzeuge ins Positive zu verändern. Innerhalb des Themas Batterie und Nutzung war die Fahrzeugreichweite bei 55 % der Diskussionen präsent und die Ladeinfrastruktur 37 %.

Jetzt kennen wir die aktuellen Themen und Anliegen rund um Elektrofahrzeuge, lasst uns nun einen Blick darauf werfen, wer überhaupt die Gespräche führt.

Wer spricht über Elektroautos?

Analysis by demographic breakdown 

age-and-gender-1

Es überrascht nicht, dass Männer insgesamt bei diesem Thema am sichtbarsten sind. Hier sind einige interessante Ergebnisse:

  • Männer konzentrieren sich mehr auf die Kosten von Elektrofahrzeugen und sind wesentlich empfänglicher für Themen rund um den Lifestyle.
  • Frauen beschäftigen sich mehr mit Themen, die für den gesamten Sektor (Nachhaltigkeit, Industrie) gelten.

Die Themen rund um die E-Mobilität scheinen altersbedingt zu variieren:

  • Menschen ab 65 Jahren diskutierten mehr über Nachhaltigkeit, Kosten, Batterien und Industrie als jede andere Altersgruppe.
  • Während die 18-34-Jährigen Aussehen, Leistung und Lifestyle in den Vordergrund stellten.

3 Tribes, die die Online-Diskussion über            E-Mobilität antreiben 

Über die einfache Demographie hinaus haben wir drei Maintribes identifiziert, die sehr verschiedene Einstellungen und Anliegen über und an Elektrofahrzeuge haben. 

Elektrik-Enthusiasten

Der Erste, ist der Tribe #EVlife. Sie sind die treuen Botschafter der Elektroautos und teilen die Leidenschaft für die technologische Entwicklung: innovative Funktionen, wissenschaftliche Durchbrüche und KI-Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität. Sie besitzen auch entweder ein Elektroauto oder sind bereit eines zu kaufen.

Sie generierten 38,4K Beiträge, von denen 2,9 % User Generated Content waren. In ihrem Tribe diskutieren sie gerne über die E-Mobilitäts-Industrie, Funktionen und Auto-Ästhetik.

Hardcore-Dieselfans

Als nächstes kommen die #Petrolheads. Sie sind die Neinsager. Ihre Leidenschaft gilt dem autonomen manuellen Fahren und dem emotionalen Wert, den das Fahren von leistungsstarken Öl-Fahrzeugen mit sich bringt, insbesondere außerhalb der täglichen Pendelstrecken. 

Sie neigen dazu, mit Fans der Elektromobilität zu diskutieren und Elektro- und Dieselmotoren direkt zu vergleichen. Am häufigsten setzen sie sich mit der Kritik an der Elektromobilität als Sektor auseinander. Sie produzierten 32,9K Gespräche, von denen 2,5 % User Generated Content waren. Der Tribe der Dieselfans diskutiert gerne über Nachhaltigkeit, Kosten und Batterie.

Multi-Mobilität-Liebhaber

Letzter ist der Tribe der #Multimobilität. Sie verbinden Elektrofahrzeuge mit der Zukunft der Sharing Economy (z.B. Taxify, Uber) und sehen E-Mobilität als eine nachhaltige und effiziente Lösung die Nachfrage nach einem eigenen Auto zu minimieren. Sie glauben, dass Elektrofahrzeuge die Mitfahrökonomie und die Vermietung von Autos ankurbeln werden. Sie neigen dazu, weniger dialogorientiert online zu sein und produzierten 22,9K Beiträge, von denen 1,7 % User Generated Content waren.  

Zusatzinformationen zu Elektro-Mobilität

Instagram ist die Go-To Plattform, um Elektroautos zu präsentieren.

Die Autokultur, stolze Besitzer und Enthusiasten sind bei Instagram weit verbreitet und Elektrofahrzeugbesitzer sind da keine Ausnahme. Sie teilen gerne ihren wertvollen Besitz und vor allem ihre luxuriösen Elektro-Marken wie Tesla, die die Mehrheit der Beiträge ausmachen. Aber im Gegensatz zur traditionellen Luxus-Autosphäre, ziehen Elektrofahrzeuge Verbraucher und Influencer jenseits der üblichen Autoliebhaber an. Eine beträchtliche Anzahl von Social Posts kommt aus einer Reihe von Profilen wie beispielsweise Umweltschützer, Stadtplaner und Unternehmer.


Elektroautos als Statussymbol

Im Anteil der Lifestyle-Diskussionen konzentrierten sich 46 % der Gespräche auf Stolz und Statement. Besitzer von Elektrofahrzeugen verhalten sich ähnlich wie Luxus-Autobesitzer und genießen es, ihre Autos zu präsentieren. Der Besitz eines Elektroautos ist ein Statement, ein Akt des Umweltaktivismus und ein Einstieg in bestimmte Elite-Gemeinschaften. Sie entscheiden sich für Elektrofahrzeuge wegen des Brandings und des Lifestyles, die mit grüner E-Mobilität verbunden sind, und machen das Elektroauto zu einem offiziellen Statussymbol.

tesla
Schlüsselinformationen für Automarken

Damit Automobilmarken als Vorreiter des Trends zur Elektromobilität auftreten können, müssen sie die Wahrnehmung der Verbraucher rund um ihre Elektrofahrzeuge beeinflussen. Wie bereits erwähnt, wird die Wahrnehmung weitgehend von Themen getrieben, die für den gesamten Sektor gelten: Umweltaspekte, langfristige Kosten, Batterie und Reichweite.

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein werden durch Transparenz getrieben. Damit Elektroautos erfolgreich sind, müssen die Automobilhersteller beide Seiten der Elektro Münze ansprechen, Missverständnisse bekämpfen und Wahrheiten überprüfbar machen. Zudem gibt es viele Möglichkeiten, Erwünschtheit zu erzeugen.

Wenn Hersteller hochwertige Leistungsindikatoren "beweisen", Standard- und vielseitige Funktionalitäten anbieten und Fahrzeuge freigeben können, die den Designerwartungen entsprechen, haben sie bessere Chancen, mit traditionellen Öl-Fahrzeugen zu konkurrieren. Die Kunden erwarten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, so dass höhere Preise nicht lediglich durch eine Umstellung auf "elektrisch" gerechtfertigt werden können. Anstatt zu versuchen, die Art und Weise zu ändern, wie die Verbraucher die gesamte Branche wahrnehmen, müssen die Hersteller den Fokus wieder auf ihre einzelnen Modelle und Funktionalitäten legen.

Große Chancen liegen auch darin, bestehende Tribes mit einer Leidenschaft für E-Mobilität anzusprechen, da sie die Gespräche, Einstellungen und den User Generated Content online anführen.

Wenn Ihr über Social Media Intelligence sprechen und wissen möchtet, was wir für Eure Marke tun können, nehmt gerne Kontakt mit uns auf. Oder werft einen Blick auf unsere Customer Case Studies Seite, um zu sehen, wie wir anderen globalen Marken geholfen haben.

Don't forget to share this post!