Influencer Flop: Ist der Influencer-Trend am Ende? 

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Für große Marken sind Partnerschaften mit prominenten Influencern zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihrer Marketingstrategie geworden. Infolgedessen haben sich tausende Influencer hervorgetan, um von ihrer Bekanntheit zu profitieren.

In letzter Zeit gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass Influencer keinen Einfluss mehr ausüben können; dass die Welt von traditionellem Top-Down-Influencer-Marketing gelangweilt ist. In der Tat haben jüngste Studien ergeben, dass nur 3 % der Verbraucher in ihren Kaufentscheidungen von namenhaften Influencern beeinflusst wurden.

Was treibt diesen Wandel an? Warum verlieren Menschen das Interesse an Influencern?

Im Mittelpunkt dieses Musters steht eine große Veränderung in der Art und Weise, wie Verbraucher mit Marken interagieren. Nun ist das Zeitalter des passiven Publikums vorbei. Stattdessen interagieren die Kunden aktiv untereinander sowie mit den Marken. Sie suchen nach authentischem und sinnvollem Content und bilden ihre eigenen Gemeinschaften auf der Grundlage gemeinsamer Interessen und Werte, oder wie wir es gerne bezeichnen, "Tribes".

In diesem Artikel werden wir die Gründe für das Ende des Zeitalters des traditionellen Influencer-Marketings untersuchen. Zudem werden wir einige alternative Möglichkeiten aufzeigen, wie es Marken dennoch gelingen kann, ihre Zielgruppe zu erreichen. 

Dies ist ein langer Beitrag, springt gerne zu den Abschnitten, die Euch am meisten ansprechen. 

Für den Anfang schauen wir uns an, was die Menschen dazu bewegt, sich von klassischen Influencern zu entfernen. 

Warum haben Menschen Influencer satt?

Plattformen wie Instagram, Twitter und Facebook bieten verlockende Möglichkeiten für Nutzer jedes Alters auf der ganzen Welt: ein willkommener Ort für Selbstdarstellung, hohes Engagement und ein Gefühl von Gemeinschaft.

Aber zunehmend wird Social Media zu einem Schlachtfeld für gesponserte Beiträge und Werbung. Social Media-Nutzer schreiben Influencer und Marken schnell ab, wenn sie einen Mangel an Authentizität feststellen.


Source: marketoonist

Hier sind ein paar Gründe, die wir für Euch gesammelt haben. 

1. Eine höhere Nachfrage nach Authentizität: gefordert von Millenials und Generation Z 

Von allen Gründen für die Abkehr von den Influencern, ist die wachsende Nachfrage nach authentischem und sinnvollen Content am wichtigsten.

Die Leute haben die oberflächlichen Posts der Influencer satt, die mit Zahnweiß-Sets, Boutique-Kleidung oder sogar appetitzügelnden Lutschern posieren. Stattdessen suchen Social Media-Nutzer nach echten, nicht inszenierten Inhalten, mit denen sie sich identifizieren können.

Kim Kardashians umstrittene appetitzügelnde Lollipop-Promotion. Quelle: Insider

Dies gilt insbesondere für jüngere Nutzer, da besonders Millennials und Generation Z echte, authentische Inhalte von Marken und Influencern verlangen.

Dieses Verlangen nach Authentizität erklärt auch unsere Faszination für Geschichten wie die der Instagram Travel & Lifestyle Influencerin Caroline Calloway und ihrer Ghostwriterin Natalie Beach. Die Leute wollen hinter der Online-Fassade gucken, um die echten Leute hinter den Bildunterschriften zu sehen.

2. Fake-Influencer mit Fake-Followern, Engagement und Likes

Dann gibt es noch das Problem der Fake-Influencer mit gekauftem Engagement auf Plattformen wie Instagram und Twitter. Influencer sind stets motiviert, ihre Followerzahl und die Anzahl der Kommentare zu erhöhen, dies führt zu Problemen mit Bots, bezahlten Followern und anderen Shortcuts, die schnellen Erfolg bringen sollen. 

In der Tat haben Studien Fälle gefunden, in denen die von großen Marken engagierten Influencer über eine Follower-Base verfügen, die auf bis zu 70 % Fälschungen geschätzt wird. Das ist nicht nur ein massives Problem für Marken, sondern auch ein weiterer Grund für die Ernüchterung über die Influencer im Allgemeinen.

3. Klischee und wiederholter Content

Neben der Forderung nach authentischerem Engagement, sind die Menschen gelangweilt von stereotypischen Influencer-Inhalten.

Jeden Tag sind die Social Media Nutzer einem unendlichen Strom von Influencern ausgesetzt, die ihre Waren mit der immer gleichen Ästhetik verkaufen. Wenn grade niemand eine Yogamatte mit einer Sonnenaufgangs-Yogastellung verkauft, dann postet jemand mit ein Bild von einem perfekten Avocadotoast oder einem noch perfekteren Selfie im Fitnessstudio.

Quelle: The Drum

Wenn Ihr solche Klischees satt habt, macht Euch keine Sorgen - Ihr seid nicht allein. 47 % der Verbraucher haben die immer gleichen Inhalte satt. 

Diese kollektive Frustration hat zu einigen erstaunlichen Parodiekonten (wie Insta Repeat) geführt, die zeigen, wie gleich viele Instagram-Inhalte sein können.

Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Instagram-Nutzer die klassische Ästhetik der Plattform aufgeben und nach etwas Realerem suchen.

Daraus ist eine neue Generation erfolgreicher Influencer wie Emma Chamberlain oder Joanna Ceddia entstanden. Diese jungen Content-Creator sind bereit, ihr Publikum auf einzigartige Weise zu begeistern - auch wenn es bedeutet, sich ein wenig dusselig zu zeigen. Die Leute lieben es!

"47 % der Verbraucher sind erschöpft von wiederholten Influencer-Inhalten."- Bazaarvoice

4. Zu viel Vertrauen in die Big Player

Ein weiterer Trend, der die Menschen von Influencern entfernt, ist die übermäßige Abhängigkeit von den großen Namen. Kim Kardashian kann eben nicht alles verkaufen!

Wenn es um Mega-Stars geht, können diese nur begrenzt viele bezahlte Werbepostings machen, bis die Follower genug haben. Für große Marken bedeutet dies, dass es bei der Zusammenarbeit mit Prominenten Grenzen beim Erfolg des Influencermarketings gibt.

Wie der Blogger und Allround-Medienkünstler Seth Godin feststellt, besteht ein Weg dies zu umgehen darin, den umgekehrten Ansatz zu verfolgen: Anstatt das größte Publikum zu finden, sollten Marken nach Wegen suchen, starke Communities um ein kleineres Publikum herum aufzubauen.

Laut Seth Godin ist ein größeres Publikum nicht immer besser. Quelle: Social Media Week

“Instead of trying to reach everyone,” sagt Seth, “we should seek to reach the smallest viable audience and delight them so thoughtfully and fully that they tell others.”

5. Vorgeben von Sozialem Engagement für Marketingzwecke 

Außerdem gibt es den besorgniserregenden Trend, dass Influencer oder Marken weltweit das Engagement für wichtige Anliegen vortäuschen, nur um einen Moment im Rampenlicht zu stehen.

Ob es sich um Kampagnen wie die Kony 2012-Bewegung oder Greenwashing wie DuPont und die Umweltinitiativen von Exxon Mobil handelt, viele Meinungsbildner, Marken und Organisationen sind bereit, gute Zwecke im Interesse des Aufbaus ihres Online-Publikums auszunutzen.

Beispiele wie diese, tragen zum Misstrauen gegenüber Social Media bei und geben den Menschen einen noch größeren Grund zynisch zu sein, wenn es darum geht, das Bewusstsein für wichtige globale Themen zu schärfen.

Wenn also die Welt das traditionelle Influencer-Marketing satt hat, was bedeutet das für Unternehmen auf Social Media? Wie solltet Ihr mit Euerm Publikum in Kontakt treten und Eure Produkte Eurer Zielgruppe näher bringen?

Hier sind unsere Vorschläge.

Überdenkt Eure Influencer Marketing Strategie

Wir haben Euch jetzt vielleicht ein düsteres Bild vom Influencermarketing vermittelt. Das bedeutet aber nicht, dass das Influencermarketing gestorben ist sondern, dass sich Marken einfach anpassen müssen.

Indem sie den Fokus auf generische, namhafte Influencer mit großem Publikum hinter sich lassen und sich stattdessen auf sinnvolle Communities konzentrieren, die sich durch gemeinsame Leidenschaften und Interessen vereinen, können Marken die Sichtbarkeit und Relevanz ihrer Produkte erhöhen.

Wir reden hier von Consumer Tribes.

Nehmt Euch Zeit, um Eure Consumer Tribes zu verstehen

Tribes sind Gruppen von Verbrauchern, die gemeinsame Eigenschaften haben. Diese Individuen identifizieren sich miteinander durch ihre gemeinsamen Interessen, die von Gaming oder eSport über Veganismus und nachhaltiger Mode bis hin zur Liebe zu klobigen DadShoes reichen können.

Das Internet wimmelt von Gruppen, die unbewusst Tribes um fast jede erdenkliche Interessennische bilden. 

Erfolgreiche Marken sind die, die verstehen, wie Tribes entstehen, was sie definiert und wie sie sich im Laufe der Zeit entwickeln. Dazu gehört die Analyse der Sprache, die Wahl der Plattformen und der bevorzugten Kommunikationsmethoden, sowie die Abstimmung der Inhalte, damit Ihr Eure Marke als echter Tribeleader positionieren könnt.

In dem Zusammenhang sollte man noch einmal überdenken was der Begriff "Influencer" bedeutet. 

Überdenkt was Ihr unter dem Begriff "Influencer" versteht

Beispiele wie die Kosmetikmarke Glossier veranschaulichen eine weitere tolle Strategie, um der Abkehr von prominenten Influencern zu begegnen: Überdenkt, was Ihr mit "Influencer" meint.

Indem Ihr Personen mit einflussreichen Verbindungen zu anderen Mitgliedern des Tribes findet, um Eure Marke zu promoten, könnt Ihr Eure Markenpräsenz und Glaubwürdigkeit steigern.

Ein Vergleich von Influencern Laila Loves vs. Kim Kardashian. Quelle: Linkfluence

Tatsächlich zeigt die Analyse, dass Individuen, die sich auf eine begrenzte Anzahl von Themen beziehen, oft als authentischer wahrgenommen werden als bekannte Prominente und daher eine höhere Verkauf/Follower Rate haben.

Wenn Ihr also an Eure nächste Influencer-Kampagne denkt, springt nicht automatisch zu den größten Namen da draußen. Werft stattdessen einen Blick auf Personen mit einer authentischen, etablierten Präsenz auf ihrer bevorzugten Plattform und einer guten Verbindung zu ihrem Tribe.

Denkt klein

Das bedeutet, dass größer nicht besser ist. Die Priorität sollte nicht auf den Influencern mit den meisten Followern liegen. 

Angesichts der Ernüchterung ist es sinnvoller, sich auf Influencer mit kleiner aber effizienter Reichweite und einem engagierten Publikum zu fokussieren. 

Wenn Ihr Euren Stamm von Kunden und Fans durch angesehene und vertrauenswürdige Personen ansprechen könnt, könnt Ihr neue potenzielle Fans erreichen und eine echte Markentreue aufbauen.

Holt Euch Hilfe bei der Identifikation Eurer Tribes

Früher war die Zusammenarbeit mit Influencern einfach.

Alle Marken mussten eine Auswahlliste von Prominenten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit großem Publikum zusammenstellen, die Reichweite und das Profil jedes Einzelnen vergleichen und eine Wahl treffen.

Jetzt wollen die Verbraucher nicht mehr den immer gleichen Influencer sehen, der ihnen sagt, welche Schlankheitstees sie trinken sollen, welche Lippenstifte sie kaufen sollen und in welchen Ferienort sie gehen sollen.

Mit dem Tribes Mindset hat jeder das Potenzial, ein Influencer (in seinem Tribe) zu sein. Dadurch wird der Influencerpool viel größer. Jetzt müsst Ihr die Relevanz des Influencers und die Authentizität des Themas berücksichtigen, seinen Content Footprint analysieren und überprüfen, ob er gefälschte Follower oder Engagement hat und das von Hunderten und Tausenden von Influencern auf mehreren Plattformen.

Diese Analyse ist manuell nicht möglich. Euch müssen große Datenmengen und KI zur Verfügung stehen, mit denen Ihr dedizierte Fans in Millionen von Profilen identifizieren könnt. Dann müsst Ihr diese Analyse mit menschlicher Expertise kombinieren, um ihre Werte zu verstehen und diese mit Eurer Marke zu vergleichen. Auf diese Weise könnt Ihr den richtigen Influencer finden.

Vergesst die großen Namen und setzt auf Authentizität 

Es gibt einen guten Grund, warum sich so viele Instagram-Nutzer von generischen, namhaften Influencern auf Social Media abwenden. Die Leute blicken hinter die unauthentischen Werbeposts und sind genervt. 

In einem Umfeld, in dem Authentizität die größte Währung ist, müssen Marken alles über ihr Publikum wissen und verstehen, wie sie ihre Consumer Tribes online finden und ansprechen können.

Mit Linkfluence können Marken neue Wege finden, ihre Tribes zu identifizieren und mit ihnen auf eine authentische und effektive Weise kommunizieren.

Wenn Ihr noch Fragen zum Thema Tribes habt, meldet Euch gerne bei uns!

Ailines

 

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